Auf dieser Seite werden abwechselnd Auszüge
aus der “Chronik Mariakirchen” vorgestellt.
Anmerkung:
Auszüge aus dem Kapitel Katastrophen.
Soweit die Ereignisse der Pfarrchronik entnommen wurden, wurde wörtlich zitiert
und oft die heute nicht mehr so gebräuchliche Ausdrucksweise beibehalten.
04. August 1951 - Unwetter über
Mariakirchen und Hochwasser
Ein schweres Gewitter, über Mitterhausen kommend, das zwei Stunden
dauerte, brachte schwere Regengüsse und Hagel. Zum Glück war die Getreideernte
größtenteils eingebracht. Das Wasser drang in viele Häuser und Stallungen
ein, wie zum Beispiel in die Bäckerei Lobmeier. Die Dorfstraßen waren
aufgerissen. Die Überschwemmung im Jahre 1901 soll nicht so schlimm gewesen
sein. Besonders arg erwischte es Kohlstorf, wo sich der Steinbach, der von
Wiedmais kommt, wie ein Wildbach gebärdete. Beim Bürgermeister Schachtner
wurde der Bretterschuppen mit Inhalt von den Fluten weggespült und die hintere
Kellerwand eingedrückt. Beim Bauern Ferdinand Bernhardt stand das Wasser samt
Geröll und Schlamm bis zu einem Meter hoch in allen Gebäuden. Beim Bauern
Brunner drohte der gemauerte Kuhstall weggespült zu werden. Kühe und Pferde
standen nicht selten bis zum Bauch im Wasser. Mehr als 100 Hühner gingen zu
Grunde. Die Arnstorfer Feuerwehr räumte von 6.00 Uhr abends bis 11.00 Uhr
nachts das angeschwemmt Gut von der Straße. Löcher bis 70 cm Tiefe wurden in
die Landstraße gerissen und es waren ca. 300 Kubikmeter Kies erforderlich, um
die schlimmsten Schäden zu beheben. Bemerkung des damaligen Chronikschreibers:
"Wie schwach ist doch auch der moderne Mensch den Naturgewalten gegenüber".
8. - 12. Juli 1954 -
Hochwasserkatastrophe in Mariakirchen
Das Hochwasser, das ganz Bayern erfasste, hat auch Mariakirchen in einem bisher
noch nicht bekannten Ausmaß heimgesucht. Das ganze Kollbachtal glich einem großen
See. Besonders breit war die Wasserfläche zwischen der Mühle Padersberg und
der Ortschaft Westerndorf. In Mariakirchen wurde das Wasser mehr auf die Herrenmühle
zu hinausgedrängt. Am Donnerstagabend des 8. Juli drang das Wasser auf der
Eichendorfer Straße bis zum Anwesen Bubeneder vor. In der Herrenmühle stand
das Wasser im Wohnzimmer ca. 1,30 m hoch, es floss durch die Fenster ein und
aus. Geräumt wurden die Häuser Herrenmühle, Brunner, Dullinger, Schreck und
Hageneder. Von Donnerstag auf Freitag hielt die Feuerwehr Wasserwache, um 0.30
Uhr läutete die große Glocke vom Turm Alarm. Man traf Vorbereitungen um das
Anwesen Unger zu räumen, was dann allerdings nicht mehr nötig war. Ca. 100 Stück
Federvieh kamen in den Fluten um. Die neugebaute Brücke nach Eichendorf hielt
zwar den Fluten stand, sie war aber so verschoben, dass die Decke neu
zusammengefügt werden musste. Beim Baumgartner in Kellerhaus war das Erdreich
so aufgeweicht, dass ein ziemlich großer Erdrutsch erfolgte.
Zur Hilfeleistung waren die örtlichen Feuerwehren und ein
Katastropheneinsatzteam aufgeboten worden. Am Freitagvormittag
kamen amerikanischen Soldaten, die mit Booten zur Herrenmühle fuhren und
Verpflegung brachten. Als am Samstagvormittag das Wasser von neuem stieg, ließ
sich der Müller mit seiner Frau, dem Sohn und einem alten Mühlknecht von der
Feuerwehr an Seilen auf der Sattlerner Seite aus der "Wasserburg"
bringen. Da aber mit der Mühle auch das Elektrizitätswerk von Mariakirchen
verbunden war, kehrte der Müller abends schon wieder zurück, damit
Mariakirchen mit Strom versorgt werden konnte.
10. Juni 1965 - Hochwasser
Ständige Regenfälle bewirkten eine große Katastrophe vor allem für die
Bauern mit Wiesen und Feldern in Kollbachnähe. Riesige Flächen wurden überschwemmt.
In mehrere Häuser drang Wasser ein. Die Fluten ließen Schlamm und Geröll zurück.
Die Bauern wussten nicht, wann sie mit der Heuernte beginnen konnten, die
normalerweise um diese Zeit schon eingebracht war.
22. Juni 1965 - weiteres Hochwasser
Am Abend des 22. Juni 1965 wurde das Kollbachtal von einem Unwetter heimgesucht.
Ein Gewitter, von einem Wolkenbruch begleitet, hatte in solcher Stärke seit
Jahrzehnten schon nicht mehr gehaust. Das ganze Kollbachtal glich einem See. Die
letzten Hoffnungen auf eine einigermaßen brauchbare Heuernte gingen in den
Fluten unter.
11. September 1969 - Brand in Zachenöd
Ein kurzes, sehr starkes Spätsommergewitter zog über Arnstorf heran. Kurz nach
22.00 Uhr schlug der letzte heftige Blitzschlag in den Stadl von Johann Glück
in Zachenöd ein (ehemalige Gemeinde Sattlern). Das 1960 erbaute Gebäude (32 m
lang und 13 m breit) stand in kurzer Zeit in Flammen.
Durch den Donnerschlag aufgeschreckt, sah der älteste Sohn den Brand als
Erster. An der Brandstelle waren die Arnstorfer Wehr mit einem Tanklöschfahrzeug,
desweiteren die Feuerwehren aus Mariakirchen, Sattlern, Ruppertskirchen,
Mitterhausen, Indersbach, Hainberg, Jägerndorf, Simbach, Langgraben und
Johanniskirchen ebenfalls mit einem Tanklöschfahrzeug. Die Feuerwehren
verhinderten ein Übergreifen des Feuers auf die Nebengebäude. Zur
Wasserversorgung wurden der Zachenöder- und der Stocka-Weiher benutzt. Außerdem
wurde eine Leitung von der 2 km entfernten Kollbach aufgebaut. Das Vieh aus den
angrenzenden Stallungen wurde von den Feuerwehrmännern und freiwilligen Helfern
herausgeholt. Heu- und Strohvorräte, ein Mähdrescher, ein Futtersilo und der
im Stadl montierte Greifer verbrannten. Der Schaden betrug nach ersten Schätzungen
100.000,-- DM. Bis 6.00 Uhr früh dauerte der Einsatz der Wehren. Feuerwache
hielt die FFW Sattlern.
27. Juli 1971 - Brand in Kohlstorf
Eine riesige Rauchwolke sah man an diesem Tag in den späten Nachmittagsstunden
über Kohlstorf. In der Scheune des Bauern Michael Bernhardt war ein Feuer
ausgebrochen, das rasch um sich griff.
Trotz des selbstlosen Einsatzes der Feuerwehren Arnstorf, Mariakirchen,
Sattlern, Jägerndorf, Malgersdorf, Ruppertskirchen, Mitterhausen, Simbach,
Langgraben und vielen zivilen Helfern verbrannten die Scheunen und Wagenschuppen
der Brüder Michael Bernhardt ("Zum Schied") und Ferdinand Bernhardt
("Zum Obermeier") sowie verschiedene landw. Maschinen und Gerätschaften.
Die beiden Wohnhäuser konnten vor dem Brand geschützt werden. Bedroht von den
Flammen war auch der benachbarte Schachtner-Hof, welcher jedoch durch die
Feuerwehren vom Brandherd abgeschirmt werden konnte.
29. März 1979 - Schneekatastrophe,
Stromausfall
Am 29. März 1979 fielen große Mengen Nassschnee, der sich auf den Ästen
der Bäume und auf den Stromleitungen sehr stark ansammelte. Durch das enorme
Gewicht dieser Schneemassen knickten viele Bäume und Strommasten um. Es gab
zahlreiche Stromausfälle. Der Schaden im Kirchenwald war überaus groß.
20. August 1981 - Scheune abgebrannt
Am Dienstag gegen 18.30 Uhr brach im landwirtschaftlichen Anwesen des
Bauern Karl Stömmer in Baumgarten ein Feuer aus, das Schätzungen zufolge,
100.000,-- DM Schaden verursachte. Eine Scheune und das darin gelagerte Heu und
Stroh wurden ein Raub der Flammen. Im Feuer kamen zehn Schweine um, das Großvieh
konnte gerettet werden. Die anderen Nebengebäude, einschließlich des
Wohnhauses, wurden durch den hervorragenden Einsatz der Feuerwehren aus
Mariakirchen, Sattlern, Arnstorf, Mitterhausen und Münchsdorf gerettet. Die später
eintreffenden Feuerwehren aus Thanndorf, Johanniskirchen und Obergrafendorf
mussten nicht mehr eingesetzt werden. Das Löschwasser wurde dem nahe gelegenen
Weiher entnommen. Das Feuer entstand durch einen Stein, der in das Heugebläse
kam und einen Funken schlug.
02. März 1987 - Eisregen
An diesem Tag begann es nach vorangegangem Frost um die Mittagszeit zu regnen.
Sämtliche Stromleitungen, Bäume, Äste etc. waren in kürzester Zeit mit
einer Eishülle umgeben, die mit anhaltendem Regen immer dicker und dadurch
schwerer wurde. Durch das Gewicht knickten Äste und Bäume um. Auch einige
Strommasten brachen unter der Last zusammen. Es entstand erheblicher Schaden in
den Wäldern. Abgesehen von den Schäden bot sich den Menschen ein
phantastisches Naturschauspiel, als die Sträucher, Bäume und Äste vom Eis umhüllt
wie in Glas gepackt anzuschauen waren.
26. Februar 1990/01. März 1990 -
Sturmtief "Vivian" und Sturmtief "Wibke"
Bei diesen sehr heftigen Stürmen wurden in ganz Deutschland und auch in unserer
Gegend sehr große Schäden am Waldbestand angerichtet. Durch die große Menge
an Holz, die nun auf den Markt kam, wurde der Holzpreis erheblich gedrückt. Um
diesem Preisverfall etwas entgegenzuwirken, wurden einige Gemeinschaftslagerplätze
angelegt, an denen das Langholz ca. 1 Jahr beregnet wurde, um den Verkauf
hinauszuzögern und dadurch den Markt zu entlasten.
05. November 1992 - Brand bei Ernst
Marchl
An diesem Tag brach auf dem Anwesen Marchl in der Unteren Hofmark gegen
Abend ein Brand im Stadel aus. Die umliegenden Gebäude waren akut gefährdet.
Den Feuerwehren gelang es jedoch, den Brand unter Kontrolle zu bringen.
Brandwache hielten die freiwilligen Feuerwehren Mariakirchen und Sattlern.
30. Mai 1995 - Unwetter über
Westerndorf
Gegen 20.00 Uhr des 30.Mai 1995 zog ein starkes Unwetter von Mitterhausen her über
das Kollbachtal. Es ergossen sich 80 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 15
- 20 Minuten.
Schwerpunkt des Niederschlages war Westerndorf. Von den Feldern wurden enorme
Massen von Schlamm in die Ortschaft geschwemmt. In einigen Anwesen sammelte sich
der Schlamm im Hof, in den Stallungen und sogar in den Wohnhäusern. Auch die Gräben
und die Straße von Arnstorf nach Mariakirchen war stellenweise so arg mit
Schlamm bedeckt, dass der Verkehr behindert war. Die Aufräumarbeiten waren sehr
umfangreich und dauerten einige Tage.