Pfiadi Kramer – Sa. 15.06.2019

Am Samstag, den 15.06.2019 war ein historischer Tag für das Dorf Mariakirchen. Nach über 30 Jahren schloss der Mariakirchner Dorfladen unter der Führung von Marianne Langgartner und Kethi Krämer. Die beiden hatten den Laden am ersten Dezember 1987 übernommen und waren seitdem fast ununterbrochen hinter der Theke. Der „nah und gut“ war nicht nur ein Lebensmittelgeschäft, sondern ein Ort des Austausches und der Begegnung, eine Anlaufstelle für Notfälle, ja eine Institution. Auch die Kulturblos’n wurde bei zahlreichen Veranstaltungen vom „Kramerlad’n“ unterstützt. Beispielsweise waren sie jährlich eine der Verkaufsstellen für die Faschingszeitung. Zum Abschied überraschten sie kurz nach 11 Uhr – eine Stunde vor offiziellem Ladenschluss – nochmals zahlreiche Dorfbewohner und -bewohnerinnen, um noch ein letztes Mal bei den beiden „Kramerdamen“ einzukaufen. Auch zahlreiche Kulturblos’n Mitglieder waren dabei. Ausgestattet mit Luftballons, Sekt und Einkaufskörben versammelten sie sich im Laden. Die beiden Besitzerinnen waren sichtlich gerührt, als von Susi Frank und Irmi Stöttner noch kurze Ansprachen gehalten wurden. Im Anschluss kam es noch zu einer spontanen Gesangseinlage, um den beiden alles Gute für die Zukunft zu wünschen. Als Abschiedsgeschenk brachte Veronika Voit den beiden noch ihr „letztes Pfandglas“ zurück, in dem sich Münzen und Scheine der Dorfbewohner für ein entspanntes, gemeinsames Abendessen befanden.

Restbestände für die Tafel

Zum Abschluss hatte die Kulturblos’n noch eine Aktion geplant: sie spendete 200 EUR, um noch Restbestände des Ladens für die Arnstorfer Tafel zu kaufen. Da die zwei Geschäftsführerinnen die Produkte zum halben Preis bereit stellten, konnten viele Körbe zur Freude von Karin Voggenreiter, die aktuell die Arnstorfer Tafel betreut, gefüllt werden. Spontan sagten die „Kramerdamen“ zu, sich dieser Spende anzuschließen.

Die erste und die letzte Kundin

Übrigens: Marianne und Kethi hatten am Eröffnungstag damals Angst, dass keiner kommen würde. Doch dem war nicht so, als erste Kundin am Morgen der Eröffnung kam damals Rosa Sturm. Der langjährige Vorbesitzer Hans Lobmaier („Kramer Hans“) gab ihnen den Rat: „Die Rosi ist eine begnadete Sängerin und eine sehr gute Kundin, auf die müsst’s ihr euch schauen“. Schon er wusste: ist die Kundin zufrieden, bleibt es im Dorf nicht nur bei einer Kundin sondern wird noch jahrzehntelang andere anziehen. Und Recht hatte er. Diese Geschichte erzählte Kethi mit Tränen in den Augen, symbolträchtig und gerührt, als an diesem Tag ausgerechnet als letzte Kundin in der Schlange am Samstag  Klara Kettl war, Rosas Tochter. Zum Abschied bedankten sich Marianne und Kethi für die zahlreiche Unterstützung und die vielen Einkäufe der Dorfbewohner: „Ohne euch hätten wir schon lang aufgehört“. 

Die ganze Aktion kann man hier im Video ansehen