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Papiertheater in Mariakirchen – 24.10.2022

Die Kulturblos’n engagiert sich u. a. für Kunst und Theater. Neben unseren eigenen Aufführungen hatten wir diesmal Aufführungen der Gruppe andersARTig organisiert. Die Künstler von andersARTig kamen direkt im Anschluss vom 4-tägigen Münchner Papiertheaterfestival zu uns nach Mariakirchen.

Nun, was ist Papiertheater … Große Kunst auf kleinster Bühne und das alles aus Papier, könnte man es kurz umschreiben.

Es wurden 2 Aufführungen dargeboten:

Kindervorstellung „Der allerletzte Drache!“ – Beginn 16:00 Uhr

Sie kennt sich ich vielen Bereichen gut aus, die englische Autorin Edith Nesbit. Ganz sicher weiß sie viel über Royals samt ihren Gepflogenheiten und über selbstbewusste heranwachsenden Mädchen.
Wie sonst hätte sie so genau wissen können, dass es einst in Märchen der Anstand in Königshäusern gebot, dass heiratsfähige Prinzessinnen nur dann einen Gemahl bekommen konnten, wenn der ein Prinz war und dann auch noch die Zukünftige aus den Klauen eines Drachen befreite.
In unserer Geschichte gibt es allerdings zwei Probleme:
Zum einen gab es irgendwann kaum noch Drachen und zum anderen gab es plötzlich so starke Mädchen, die nicht auf die Tatkraft eines Prinzen warten wollten. Sie wollten die Befreiung von dem Drachen – so es denn noch einen gab – selbst in die Hand nehmen.
Die Erzählung vom allerletzten Drachen wurde liebevoll erweitert, märchenhaft gestaltet und inszeniert. 

Ein märchenhafter Spaß für Kinder von 8 – 12 Jahre und für jung gebliebene Erwachsene.

Dauer: etwa 45 Minuten

Abendvorstellung „Die Wahrheit“ – Beginn 19:00 Uhr

Eigentlich könnten wir doch davon ausgehen, dass die großen Dramatiker der Klassik kein Problem mit der Wahrheit hatten. Schrieben sie doch umfangreiche Bühnenstücke, die an ihrer Weisheit und Klarheit keinen Zweifel zulassen.

Und doch:
Wer weiß schon, dass sie sich in mehr als hundertjährigem Abstand heimlich treffen.
William Shakespeare, Johann-Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller begegnen sich immer wieder als „Triumvirat der toten Dichter“ heimlich irgendwo im Nirgendwo.
Doch bei diesem Treffen bleibt es nicht beim belanglosen Austausch von Erfahrungen.
Alle Dichterfürsten haben etwas zu gestehen, nämlich „Die Wahrheit“!

Und das Ergebnis:
Die Geschichte von Romeo und Julia aus Shakespeares Feder hat ein völlig unvermutetes Ende genommen. Erstaunlich, dass das Ergebnis ihrer dramatischen Erlebnisse bisher unbekannt blieb. Wer das glaubt, hat mit Zitronen gehandelt.

Wer annahm, dass sich Götz von Berlichingen reduzieren ließe auf Kraftausdrücke und eine eiserne Hand, der täuscht sich. Seine sprachlichen Qualitäten prägen noch heute ganze Wörterbücher und seine Erfindungen haben Grundlagen für moderne Waffentechnik geliefert.

Wilhelm Tell ist nicht nur der Mann mit der unfehlbaren Armbrust und dem Apfelschuss.
Durch seine Tat hat er – gemeinsam mit seinen Nachkommen – die Entstehung der heutigen Schweiz massiv beeinflusst.

Es ist gelungen, die Wahrheit zu den bekannten Dramen in Verse zu gießen und für unsere heutige Zeit erlebbar zu machen. Zugeben muss man allerdings, dass die Götter auf dem Parnass diesem Treiben nicht nur mit Wohlwollen zugeschaut haben.

Ein Stück für Literaturkenner und -liebhaber.

Dauer: etwa 60 Minuten